
Ein bearbeitetes Schadensfoto kostet Sie eine Erstattung, die nie fällig war. Diese Anleitung zeigt, wie Sie ein verdächtiges Reklamationsfoto in wenigen Minuten prüfen — ohne forensisches Vorwissen und ohne jemandem vorschnell etwas zu unterstellen. Den ganzen Mechanismus dahinter beschreibt unsere Seite zur Erkennung manipulierter Schadensfotos.
Die sechs Sicht-Checks am Bildschirm
Verdächtiges Schadensfoto prüfen
Sechs Checks in dieser Reihenfolge. Stoppen Sie, sobald zwei auffällig sind.
- Lichtquelle bestimmenWoher fällt das Licht? In einer Ein-Quellen-Szene müssen alle Schatten in dieselbe Richtung fallen, mit gleicher Weichheit. Zwei Schattenrichtungen deuten auf eine Montage.
- Schattenhärte zum Umgebungslicht vergleichenEin Kratzer auf einem schwach beleuchteten Tisch hat eine weiche Schattenkante. Ein messerscharfer Schatten um den „Schaden“ verrät eine andere Beleuchtung beim Rendern.
- Spiegelungen auf glänzenden Flächen prüfenKunststoff, Glas und Lack spiegeln die Umgebung. Passt das Spiegelbild nicht zum Rest, wurde dieser Bereich hineingemalt.
- Kanten des Schadens auf 400 % zoomenBearbeitete Bereiche zeigen an den Rändern Artefakte: Halos, wiederholte Mikro-Texturen (Content-Aware-Fill) oder zu harte Übergänge.
- JPEG-Rauschmuster ansehenSensorrauschen ist über eine Aufnahme statistisch gleichmäßig. Bereiche mit auffällig saubererem oder unruhigerem Rauschen wurden nachbearbeitet.
- Perspektive abgleichenEin eingefügter Defekt respektiert selten die Fluchtlinien der Oberfläche. Ziehen Sie zwei Fluchtlinien — der Schaden sollte ihnen folgen.
Sie brauchen kein geschultes Auge. Zwei Auffälligkeiten von sechs reichen, um genauer hinzusehen.
Die technische Ebene: Metadaten und ELA
Was das Auge nicht sieht, steht oft in den Metadaten: Tags einer Bildbearbeitungs- Suite oder ein komplett fehlender Kamera-Datensatz sind starke Erstindizien. Eine Error-Level-Analyse (ELA) macht zusätzlich Bereiche sichtbar, die abweichend komprimiert wurden. Wie Claimscan diese Stufen kaskadiert, ohne bei jedem Bild teure Modelle zu rufen, erklärt unsere REST-API-Übersicht.